Alles zum Kamin und zum Kamineinbau

Kamin als Designelement

Kamin als Designelement. Bild: Copyright Envato Elements

Was in früheren Jahrhunderten einzige Wärmequelle in Gebäuden darstellte, gewinnt in der Gegenwart immer mehr an Popularität - nicht nur als Stilelement, sondern auch als zusätzliche alternative Beheizungsoption: Die Rede ist vom Kamin oder vom Kaminofen. In diesem Beitrag erläutern wir die Begriffe, beschreiben wichtige Entscheidungspunkte für die Planung eines Kamineinbaus sowie den daraus resultierenden Pflichten, stellen Vor- und Nachteile gegenüber und analysieren die Kosten für einen Kamineinbau.

Definition und Abgrenzung der Begriffe

Kamine sind haustechnische Anlagen, die zum kontrollierten Verfeuern von Festbrennstoffen dienen. Es stellt ein Bauwerk dar, unabhängig davon, ob es sich um einen handwerklich oder industriell hergestellten Kamin handelt.

Es muss zwischen einem Kamin und einem Kaminofen unterschieden werden. Ersteres kann offen aber auch geschlossen befeuert werden und dient vorrangig zu Heizzwecken. Ein Kaminofen hingegen wird immer geschlossen betrieben, weist immer eine Tür oder eine Klappe zum Befeuerungsraum auf und dient neben der Wärmeerzeugung auch zum Kochen (beispielweise als Pizzaofen).

Kaminarten

Kamine können gemäß Ihrer Funktion und des verwendeten Brennstoffs kategorisiert werden – hier ein Überblick:

1 Gel-Kamin

Ein Gel-Kamin dient vorrangig dekorativen Zwecken. Der verwendete Ethanol-Brennstoff, der mit einem Verdickungsstoff versetzt ist, erzeugt kaum Wärme, braucht im Gegenzug aber auch keinen Schornsteinabzug – ein solcher Kamin lässt sich daher ohne größeren Aufwand einbauen.

2 Bio-Ethanol-Kamin

Der Unterschied zum Gel-Kamin liegt darin, dass es sich um Ethanol-Brennstoff ohne Verdickungsmittel handelt. Daher ist der Brennstoff wesentlich flüssiger und demnach besteht auch eine höhere Brandgefahr. Auch hier ist die Wärmeerzeugung sehr gering, aber es ist ebenfalls keine Ablüftungseinrichtung notwendig. Diese Einrichtung dient daher als Dekoration.

Dekorativer Ethanol-Kamin

Dekorativer Ethanol-Kamin. Bild: Copyright Envato Elements

3 Elektrokamin

Der Elektrokamin wird elektrisch betrieben und dient rein optischen Zwecken. Zwar ist ein Anschluss ans Stromnetz notwendig, jedoch keine Schächte. Um eine Art Feuer zu simulieren, sind Elektrokamine mit Einsätzen ausgestattet, die wie Holzfeuer aussehen.

Gaskamin im Altbau

Gaskamin im Altbau. Bild: Copyright Envato Elements

4 Gaskamin

Dieser wird mit Erdgas oder Flüssiggas befeuert, das direkt in die Brennstoffkammer eingeführt wird und dort auf einer Brennerbettauflage (eine Art Holzscheitimitat) abbrennt. Gaskamine benötigen ein Doppelrohr für die Zuluftversorgung und für die Abgase, weswegen sich der Einbau aufwendiger gestaltet. Außerdem können sie so justiert werden, dass eine automatische Abschaltung bei Erreichen einer festgelegten Raumtemperatur stattfindet.

5 Pelletofen

Hier kommen sogenannte Pellets (gepresste Holzfaserteile) als Brennstoff zum Einsatz, die automatisch oder manuell in den Brennraum gefüllt werden. Durch die einheitliche Dichte der Pellets entsteht eine gleichmäßige Wärme und Feuer. Auch hier sind Einrichtungen für die Zu- und Entlüftung notwendig.

6 Kachelkamin/Natursteinkamin

Diese beiden Kaminöfen werden i.d.R. von handwerklichen Fachpersonen gesetzt, wobei wärmespeichernde Ofenkacheln oder Natursteine genutzt werden. Diese erlauben es, Strahlungswärme an die umgebenden Räume abzugeben und können gleichzeitig die Wärme speichern. Auch hier sind fachmännische Kaminschächte notwendig. Diese können meistens nachträglich nicht ohne weiteres ausgeführt werden.

Rustikaler Kachelstein-Kamin

Rustikaler Kachelstein-Kamin. Bild: Copyright Envato Elements

Gemütlichkeit am Kaminofen

Gemütlichkeit am Kaminofen. Bild: Copyright Envato Elements

7 Schwedenofen

Mit Schwedenofen sind solche industriell hergestellten Anlagen gemeint, die in großer Auswahl in Bau- und Fachmärkten angeboten werden. Sie verfeuern Holz als Brennstoff, sind recht einfach nachzurüsten, benötigen aber Kaminschächte (meistens aus Edelstahl) die an der Fassade entlang montiert werden. Auch hier entsteht eine gute und gemütlich empfundene Wärme in den Räumen.

Planung eines Kamineinbaus

Nachdem Sie nun die verschiedenen Kaminarten kennen, stehen für die Planung eines Kamineinbaus folgende Fragen im Raum: Wofür genau wird der Kamin gebraucht? Ist es der neue Wintergarten, der durch einen Kaminofen beheizt werden soll? Beabsichtigen Sie den Kamineinbau als eine zusätzliche Wärmequelle in Ihren Wohnräumen? Oder möchten Sie den Kamin als zentrales Designelement in Ihrem neuen Einfamilienhaus-Grundriss platzieren? Je nach Einsatzbereich kommen nur ein oder bestimmte Kaminarten in Frage. Wenn Sie sich für eine Kaminart entschieden haben, gilt es weitere Punkte in Ihrer Planung zu beachten.

Standortwahl

Bei einem Neubau sind Sie als Bauherr:in bei der Standortwahl am flexibelsten. Bei der Grundriss-Erstellung werden Sie in Absprache mit Ihrem Planer/Ihrer Planerin am ehesten den sinnvollsten (und prominentesten) Platz Ihres Kamins definieren können. Der notwendige Kaminschacht kann so auch in den oberen Stockwerken eingeplant und gemäß Brandschutzrichtlinien entsprechend hergestellt werden.

Bei einem nachträglichen Kamineinbau sollten bei der Standortwahl notwendige Abstände eingehalten und beachtet werden. Zunächst geht es um den Kamin-Korpus an sich, also den Teil, in dem das Feuer entzündet wird, aber auch um den Schornstein bzw. den Kaminschacht, der den Rauch hinausleitet. Meistens wird dazu eine direkte, horizontale Kernbohrung (Bohrung durch die Außenwand) vorgenommen, um anschließend über einen hochgehenden, vertikalen Schornstein den Rauch abzuleiten. Dies ist nicht an allen Gebäudeseiten gleichermaßen umsetzbar oder ggf. besonders aufwendig und demnach auch sehr kostenintensiv. Lassen Sie sich dazu bereits früh in der Planungsphase von einer Fachperson beraten.

Gut zu wissen: In der Regel wird für den Kamin und den Schacht keine Baugenehmigung notwendig sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie sich vorab bei Ihrer zuständigen Baubehörde und Schornsteinfeger:in informieren.

Instandhaltung und Wartung

Bei der Planung eines Kamineinbaus sollte Ihnen bewusst sein, dass der zuständige Schornsteinfeger/die zuständige Schornsteinfegerin eine Kamin-Abnahme durchführen muss. Dies bedeutet, dass bei der Abnahme entschieden wird, ob Ihr Kamin überhaupt betrieben werden kann. Sollten Sie mit einem Planer/einer Planerin zusammenarbeiten, wird dieser/diese alle notwendigen Voraussetzungen einhalten.

Außerdem müssen Sie einplanen, dass es eine sogenannte Feuerstättenschau gibt, die regelmäßig zwei Mal in sieben Jahren durchgeführt wird. Bei dieser Feuerstättenschau wird ihr zuständiger Schornsteinfeger/ihre zuständige Schornsteinfegerin den Kamin auf Herz und Nieren prüfen, um sicherzustellen, ob eine Nutzung ohne Bedenken weiterhin möglich ist. Zu den Kosten der Abnahme und der Feuerstättenschau finden Sie weitere Details unter dem Punkt “Kostenfaktor”.

Noch zwei Tipps dazu, wie ein Kaminofen bei der Wohnflächenberechnung berücksichtigt wird:

Tipp #1: Die Stehfläche, auf ein Kaminofen einnimmt, wird gemäß Wohnflächenverordnung (WoFlV) zu 100 Prozent als Wohnfläche berechnet.

Tipp #2: Wenn Sie einen unbeheizten Wintergarten mit einem Kaminofen nachrüsten, wird die Fläche, die zuvor nicht als Wohnfläche galt, gemäß Wohnflächenverordnung (WoFlV) ebenfalls zu 100 Prozent zur Wohnfläche hinzugerechnet.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Kamine lassen sich vielseitig einsetzen: als dekoratives Element, als alternative Beheizungsanlage etc.
  • Schnelle Wärmeentwicklung und je nach Kaminofen automatisierte Raumklimaanpassung.
  • Das subjektive Wärmeempfinden ist durch das sichtbare Feuer wesentlich höher als bei anderen Heizungsanlagen.

Nachteile

  • Je nach Kaminart, aber insbesondere bei solchen mit Holz als Brennstoff, muss manuell nachgelegt werden, um für Wärme zu sorgen. Außerdem muss nach der Verfeuerung die Asche fachgerecht entsorgt werden (Asche und Brennstoffrückstände sollten gesammelt und im Recyclinghof abgegeben werden).
  • Nachträglich eingebaut, kommen erhebliche Kosten für Kernbohrungen und ggf. lange Kaminschächte hinzu, die zusätzlich auch oftmals als Fremdkörper oder als störend am Objekt empfunden werden.
  • Oftmals wird das Raumklima als sehr trocken empfunden, daher nicht für jeden/jede geeignet.

Kostenfaktor

Da es - je nachdem, für welche Art von Kamin Sie sich entscheiden - sehr unterschiedliche Preisspannen gibt, haben wir für die Kaminofen die Kosten recherchiert, die auch als echte Heizungsalternative herhalten.

Gaskamine kosten je nach Ausführung zwischen 700 bis 3.000 Euro. Für Pellettöfen wird zwischen 1.000 bis 1.500 Euro verlangt. Kachelkamine schlagen mit Preisen zwischen 1.500 bis 5.000 Euro zu Buche. Bei Natursteinkaminen variiert die Preisspanne zwischen 750 und 2.500 Euro. Dahingegen können Schwedenöfen bereits ab 150 Euro erworben werden, wobei es durchaus auch Modelle gibt, die bis zu 1.000 Euro kosten.

Hinzu kommen die Einbaukosten, die je nach Kaminart und abhängig von der Region und den Angeboten sehr unterschiedlich ausfallen können. Grob überschlagen, können Sie mit bis zu 600 Euro für die Montage eines einfachen Kamins rechnen. Bei aufwendigeren Kaminenarten, die ein sogenannter Ofensetzer (auch Ofen- und Luftheizungsbauer) baut, fallen die Montagekosten mit bis zu 5.500 Euro deutlich höher aus. Beim nachträglich eingebauten Kaminofen müssen Sie mit rund 1.000 bis 2.000 Euro für den Edelstahl-Kaminschacht entlang der Fassade kalkulieren.

Sehr übersichtlich sind die Kosten für die Kaminabnahme, die sich nach der Schornsteinfeger-Verordnung berechnet und zwischen 50 und 150 Euro liegen. Die regelmäßige Feuerstättenschau kostet maximal 30 Euro.

Gut zu wissen: Für emissionsarme Modelle gibt es staatliche Fördermittel im Zuge der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Informieren Sie sich vor dem Kamineinbau bei Fachpersonen, auf welche Modelle das zutrifft bzw. überprüfen Sie die Liste der förderfähigen Kamine, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Verfügung gestellt wird. Sie sollten klären, welche Kriterien eingehalten werden müssen und wie hoch die Förderung ausfallen kann. Den Förderantrag müssen Sie vor dem Kamineinbau über das Online-Portal der BAFA einreichen.

DIY-Kaminofen

Baumärkte und soziale Netzwerke bieten ausführliche Anleitung und/oder Bausätze für den DIY-Kaminofen an. Dies kann natürlich die Montagekosten deutlich senken. Doch sollten Sie dabei bedenken, dass die Abnahme und die Feuerstättenschau immer erfolgt und ein Laie nicht unbedingt alles beachtet hat, um den Abnahmekriterien zu entsprechen. Schätzen Sie auch realistisch Ihr handwerkliches Können und Ihre zur Verfügung stehende Zeit ein – nicht selten bleibt das Wohnzimmer wochenlang eine Baustelle, weil Sie einfach nicht dazu kommen, am Kamineinbau weiterzuarbeiten.

Sind Sie auf den Geschmack eines Kamins gekommen? Dann helfen wir Ihnen gerne bei der Planung Ihres Kamineinbaus in Ihrem Grundriss weiter – schreiben Sie uns dazu einfach an.